Malaysia

Ankunft in Malaysia

22. Oktober 2017
Sonnenuntergang, Pangkor Island, Alltagsgewusel, Weltreise, Daddys Cafe

 

erster Eindruck: „Oh ist es sauber hier!“

Flughafen Jakarta (Indonesien/ Java)

Am 01.10.2017 sollte es für uns nach Malaysia gehen. Doch direkt am Flughafen von Jakarta stießen wir auf ein Problem. Wir wussten, dass wir ein Ausreiseticket nachweisen müssen- aber irgendwie haben wir uns darum vorher nicht gekümmert. Da standen wir also am Schalter, mit unserem ganzen Gepäck. Die gute Frau fragte uns natürlich nach unseren Plänen für Malaysia.
Wir guckten uns an und sagten, wir hätten noch keinen Plan gemacht, wir würden alles erst vor Ort entscheiden und wüssten noch nicht genau, wann wir wieder ausreisen wollen würden. Klar war uns nur, dass wir bis zu drei Monate im Land bleiben können und das gegebenenfalls mit dem Visa on arrival auch ausnutzen würden! Die Mitarbeiterin erklärte uns dann jedoch, dass wir ohne Ausreiseticket nicht einreisen könnten. Wir müssten uns jetzt darum kümmern, ein Ticket für den Bus oder ähnliches zu buchen und ihr eine Bestätigungsemail zeigen. Danach würden wir erst unsere Flugtickets bekommen.

Zum Glück besaßen wir (noch) unsere Indonesische Simkarte mit Internetguthaben. Ansonsten sähe alles nämlich ganz anders aus, da das WLAN am Flughafen nicht funktionierte. Wir buchten also etwas genervt von unserer eigenen Doofheit circa 20 Minuten lang blauäugig für Anfang Dezember das billigste Busticket von Malaysia nach Singapur. Am 04.12.2017 solle es also um 08.10 Uhr mit dem Bus von Johor Bahru (die Stadt liegt direkt an der Grenze zu Singapur) für umgerechnet ca. 5 Euro zusammen über die Grenze von Malaysia nach Singapur gehen. Ob wir diese Fahrt wirklich wahrnehmen würden, war oder ist bis heute noch unklar! Nun erleichtert, zeigten wir der Mitarbeiterin der Fluggesellschaft unsere Bestätigung und bekamen unser Flugticket.

Nun konnten wir uns endlich auf Malaysia freuen. Der Flug mit KLM sollte über Kuala Lumpur weiter nach Amsterdam gehen. Kurz bevor wir in den Flieger einsteigen konnten, begann ein sehr krasses Gewitter und Femke fing sofort an, zu googeln, ob man in einem Flugzeug bei Blitzeinschlag sicher wäre. Ihre Finger wurden schwitzig und sie hatte große Bedenken, einzusteigen. Ich war ganz entspannt. Oben in der Luft beruhigte sich auch alles wieder etwas. Wir wurden (so denke ich) nicht vom Blitz getroffen! Trotzdem war der Flug mit Turbulenzen bestückt und wir waren nach knapp 2 Stunden auch froh, wieder auf der Erde zu sein.

Nachdem wir nun zwei Monate in Indonesien (unser Beitrag über Bali) verbracht hatten, waren wir jetzt in Malaysia, unserem dritten Weltreise- Land, angekommen.

Kuala Lumpur

In Kuala Lumpur buchten wir uns ein Uber direkt zu unserer vorher gebuchten Unterkunft über Airbnb, dem Regalia Suites. Nach gut 45min. und umgerechnet ca. 15 Euro waren wir da.

Kleiner Schock!

 

Der erste Schritt in die Wohnung… „Puh es stinkt nach Zigaretten und kaltem Rauch.“ Wir waren wirklich wie erschlagen. Wir schrieben unserem Vermieter eine Beschwerdenachricht. Laut seiner Antwort, hätten sich die Mieter vor uns, nicht an die Rauchverbotsregel gehalten. Unserer Einschätzung nach, hatten das wohl mehrere nicht, denn von einer Person konnte es unmöglich so festgesetzt stinken. Doch was sollten wir tun? Wir öffneten die Fenster und gingen erstmal ins Bett.

Kuala Lumpur, Regalia Suites, Alltagsgewusel, Weltreise

In Kuala Lumpur hielten wir uns viel in unterschiedlichen Mall´s auf. Auch wenn wir nichts brauchten, war es interessant, die vielen Lädchen zu durchforsten und in den kühlen Räumen den Tag zu genießen. Außerdem besuchten wir den Nachtmarkt in Chinatown, eine kleine Boulder-Halle und natürlich auch die bekannten Petronas-Towers.

Petronas Towers, Kuala Lumpur, Weltreise, Alltagsgewusel
China Town Kuala Lumpur, Alltagsgewusel
Boulder Halle, Kuala Lumpur, monkeyz , Alltagsgewusel

Wir müssen sagen, Kuala Lumpur ist eine sehr westliche, saubere Stadt und wir wunderten uns, das wir vorher nicht so viel von der Stadt hörten. Okay, sie hat vielleicht nicht so den asiatischen Flair den man in Süd-Ost-Asien erwartet, aber dafür einen ganz eigenen Charm und unserer Meinung nach, ist sie sehr viel sehenswerter als beispielsweise Bangkok! Malaysia ist größtenteils muslimisch, aber hier kommen alle Kulturen, Religionen und die unterschiedlichsten Menschen zusammen. Ein Taxifahrer erklärte uns, dass in Malaysia alle Menschen, die anderen Menschen akzeptieren. Die Religion der anderen, die Hautfarbe, die Herkunft, ob man Alkohol trinkt oder nicht, sei dabei egal. Alle leben zusammen in dieser Stadt. Einige unternehmen etwas zusammen andere leben einfach für sich. Keiner wird für seine Religion oder Herkunft verurteilt, solange man keinen Schaden bei anderen anrichtet.

Das hat vor allem bei Femke ein Gefühl von Vertrauen erweckt. Zuvor hatte Femke immer Angst und war misstrauisch. Sie hatte oft dass Gefühl, alles möglichst nah bei sich tragen zu müssen, damit sie nicht ausgeraubt wird. So macht sie es einfach immer in Großstädten. Ja, mir kam das alles ein wenig übertrieben vor, ich habe mich hier gleich wohl gefühlt.

Die fünf Tage in Kuala Lumpur vergingen sehr schnell. Wir haben jeden Tag etwas unternommen und haben das Leben in einer Stadt mit einem gewissen westlichen Standart sehr genossen.

Pangkor Island

Nun, am 05. Oktober, ging es mit dem Bus dann weiter in Richtung Pangkor Island. Von hier haben wir so viel Gutes gehört und erhofften uns ein kleines Paradies, in dem wir eventuell auch mal wieder etwas länger verweilen und unsere Backpacks mal ordentlich auspacken könnten. Die Fahrt dorthin war mega entspannt. Wir hatten sehr viel Beinfreiheit und die Sitze waren bequem. Eigentlich haben wir die ganze Fahrt über geschlafen. Auf der Hälfte der Strecke wachte ich kurz auf, warf einen Blick aus dem Fenster und irgendwie glaube ich es immer noch nicht so ganz…

Da saß ein Schlangenbeschwörer mitten an der Straße am Dschungeleingang und spielte auf seiner Flöte, und eine Kobra schaute ihn dabei an. Verrückt, wie im Film!!

 

Pangkor ist eine kleine Insel, nur 12km lang und 4 km breit an der Westküste von Malaysia und ca. 3 Stunden Fahrt von Kuala Lumpur entfernt. Dort leben 20.000 Menschen hauptsächlich vom Tourismus. Leider wurden wir hier etwas enttäuscht! Naja, sagen wir mal so: wir haben uns mehr erhofft! Vor allem gab es kaum vegetarisches Essen und überall roch es nach Fisch… Es hat uns wirklich nicht zugesagt. Wir hatten ein kleines Glück: das Restaurant Daddy´s Cafe, was uns über Instagram von einer Followerin empfohlen wurde, können wir hier weiter empfehlen. Hier gab es immerhin eine Auswahl von 5 verschiedenen vegetarischen Gerichten, Eis und Kuchen mit eingeschlossen! 😉

Femke Daddys Cafe, Alltagsgewusel, Weltreise, Pangkor Island

Wir hatten uns auf der Insel in ein Homestay, ebenfalls über Airbnb, eingemietet. Leider etwas abseits vom schöner Strand, weshalb wir uns entschlossen, ein Motorbike für drei Tage zu leihen. Außerdem hatte das Zimmer kein Fenster. Wenn wir also aufwachten, konnten wir nicht feststellen, ob Tag oder Nacht war. Sowas bringt den Biorhythmus echt ganz schön durcheinander!

Zwei Tage verbrachten wir am Teluk Nipah Strand um uns die Sonne auf den Pelz scheinen zu lassen und abends noch die Hornvögel zu beobachten (für ihre Hornvögel ist die Insel bekannt).

Hornvogel, Pangkor Island, Weltreise, Alltagsgewusel

Einen Tag umrundeten wir die Insel einmal komplett. Das war allerdings nicht ganz so spektakulär. Eins, zwei schöne Buchten haben wir noch gesehen und auch eine steile Straße durch den Dschungel  an der viele Affen auf den Stromleitungen turnten. Leider mussten wir bei unserer Inseltour die erste negative Erfahrung auf der Insel machen. Als wir uns, wie so oft, verfuhren, hörten wir einen Hund hinter einer Tür laut jaulen und bellen. Kurz darauf kam ein Mann aus dieser Tür mit einer riesigen Rute. Er bemerkte uns erst nicht und schlug auf seinen kleinen Hund ein… Femke sprang sofort vom gerade stehenden Motorbike auf und schrie: „What are you doing?“ und ich zeigte ihm mit meiner Mimik das es absolut scheiße ist, was er dort macht… Er erschrak und ließ von seinem armen Hund ab.

Femke brach in Tränen aus und wir fuhren weiter. Was hätten wir tun sollen? Wir kannten den Mann nicht, wussten ihn nicht einzuschätzen und den Hund hätten wir nicht mitnehmen können… Wir waren und sind immer noch sehr unzufrieden mit der Situation und hätten dem armen Hund gerne noch besser geholfen.

Geschockt fuhren wir danach kurz noch Geld holen und einkaufen. Abends aßen wie immer bei Daddy und fuhren dann in der Dämmerung mit dem Moped die 4 Km wieder zurück zum Homestay.

Eines Abends stand am Straßenrand ein riesiges Schwein! Ein Wildschwein auf einer so kleinen Insel- damit haben wir nicht gerechnet. Es war so ein richtiges Pumba- Schwein. Wir wussten leider nicht so genau, ob wir anhalten können um ein Foto zu machen oder ob die Schweine gefährlich sind und wir lieber schnell weiter fahren sollten. Wir entschieden uns erstmal für schnell dran vorbei- im nächsten Moment entschieden wir uns dann doch für das Foto. Schnell zurück… Leider ist es genau vor unserer Nase den steilen Abhang runtergelaufen so dass wir es nicht geschafft haben ein Foto zu schießen. -Schade!…

Drei Tage vor der Abreise trafen wir uns mit @dammaris_unterwegs und @Schauekldichumdiewelt. Die beiden Mädels sind ebenfalls auf Weltreise für unbestimmte Zeit und kommentierten unter unseren Fotos und Storys auf Instagram, dass sie ebenfalls auf der Insel seien. Das schrie ja nun förmlich nach einem Treffen und so verbrachten wir einen bedeckten Tag mit anschließendem Regenguss gemeinsam am Strand.

Die Insel will uns nicht

Doch wir wurden das Gefühl nicht los, dass die Insel uns wohl nicht dahaben wollte. Das wurde nach dem Treffen erst nochmal so richtig deutlich…

Wir sind jedesmal geschockt wenn wir Kinder sitzend/stehend oder liegend auf dem Motorbike ohne Helm sehen. Das war nicht nur hier auf der Insel der Fall, sondern schon während unserer gesamten Reise und auch schon die vorigen Urlaube in Thailand diskutieren wir darüber. Nun sollte es also geschehen:

eine Mutter mit ihrem 2 bis 3 Jahre altem Kind fuhr mit ca. 60 Kmh direkt vor uns auf dem Motorroller. Irgendwie rutschte ihr das Moped in einer steilen Kurve weg und die beiden stürzten.

Zuerst war uns nicht klar, das die Frau ein Kind dabei hatte. Erst als die Frau schreiend und heulend aufsprang und ihr kleines Mädchen unter dem Motorbike hervorholte wurde uns dies klar… Das kleine Mädchen blutete stark aus der Nase und hatte einige Schürfwunden im Gesicht. Femke sprintete direkt zur Hilfe und ich sicherte die Straße. Innerhalb von Sekunden waren ca. 20 einheimische am Unfallort, ein Mann lies die Mutter mit ihrem Kind direkt auf sein Moped springen und brauste ,hoffentlich in Richtung Krankenhaus, davon. Als die drei an uns vorbeifuhren, konnte man sehen das der Kopf des Kindes extrem angeschwollen ist.

Unter Schock räumten wir die Unfallstelle noch etwas auf, schoben das Moped von der Frau an den Fahrbahnrand und machten uns mit schrecklichen Gefühlen auf dem Weg nach Hause.

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Ich sagte, ich bin einfach wütend… Warum zur Hölle lässt man ein Kind, das gar nicht abwägen kann, was alles bei einem solchen Unfall passieren kann, ohne Helm mitfahren?!? Wenn man als Erwachsener entscheidet keinen Helm tragen zu wollen, dann ist es eine Sache- aber das Leben des Kindes sollte jedem Elternteil auf der Welt ein Helm wert sein!! Wir denken nicht, dass das Kind den Sturz überlebt hat.

Das Krankenhaus auf Pangkor ist sehr klein und wird nicht die Möglichkeit haben einen möglichen Schädelbruch richtig zu versorgen. Erst Stunden später brach auch die Trauer über uns. Wir weinten. Wir waren sauer. Wir waren hilflos… Für uns war in dem Moment klar: vielleicht können wir etwas ändern. Auf Instagram berichteten wir von dem Erlebnis und bekamen einige Nachrichten. Viele waren bestürzt und auch traurig. Wir bekamen aber auch die Nachricht, nicht den Fehler begehen zu dürfen, unsere deutschen Standards auf andere Länder und Kulturen stülpen zu dürfen. Bis heute, wo ich den Artikel hier schreibe, denke ich viel darüber nach. Auf unserer 110 tägigen Reise ist es nun das zweite Kind, dass (vermutlich) gestorben ist. In Deutschland hatten wir davon nie etwas aus nächster Nähe mitbekommen…

Unser nächster Artikel wird um Penang und evtl. schon um Langkawi gehen.

Dann sind wir wieder aktuell auf unserem Blog!

Wenn Du uns in Echtzeit begleiten möchtest dann schau mal auf Instagram und Facebook vorbei, da posten wir immer aktuelle Fotos. Und auf YouTube findest Du bereits einige Impressionen von unserer Reise.

Finn

 

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